Früh aufstehen für den Tierschutz: Der Verein „Rehkitzrettung NEW-WEN e.V.“ blickt auf eine hochemotionalle und extrem erfolgreiche fünfte Saison zurück. Dank modernster Technik und unermüdlichem ehrenamtlichem Einsatz wurden hunderte Wildtiere vor den Mähmaschinen bewahrt.
Wenn im Frühjahr die Wiesenmahd ansteht, beginnt für die Helferinnen und Helfer der Rehkitzrettung NEW-WEN die intensivste Zeit des Jahres. Der Grund: Neugeborene Rehkitze haben in ihren ersten Lebenswochen keinen Eigengeruch und flüchten bei Gefahr nicht – sie ducken sich instinktiv tief ins hohe Gras. Gegen die riesigen, modernen Mähwerke der Landwirte haben sie ohne Hilfe keine Chance.
Doch die Bilanz der gerade zu Ende gegangenen Saison zeigt, was Gemeinschaftssinn und Technik bewirken können: 369 Rehkitze und 29 weitere Wildtiere – darunter Hasen, Igel, ein Fuchs und sogar Sika- und Rotwildkälber – wurden in den vergangenen zwei Monaten erfolgreich gerettet!
Hinter diesen Zahlen steckt eine organisatorische Meisterleistung. Bis zu neun Einsätze mussten die Teams teilweise an einem einzigen Tag koordinieren. Der Vereinsvorsitzende und Disponent Stefan Radies präsentiert die stolze Bilanz:
„Wir haben in den letzten Wochen auf 972 Wiesen insgesamt 2.237 Hektar abgeflogen! Damit konnte die Fläche im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht gesteigert werden.“
Um die Kitze aufzuspüren, bevor die Sonne die Wiesen erwärmt, starteten die ehrenamtlichen Drohnenpiloten, Spotter und Träger meist in den allerfrühesten Morgenstunden. Die hocheffizienten Drohnen mit Wärmebildkameras erkennen die Temperaturunterschiede der kleinen Tierkörper im kühlen Gras. Sobald ein Kitz auf dem Monitor entdeckt wird, lotsen die Spotter die Träger per Funk zum Tier. Dieses wird dann behutsam in einem Korb gesichert, bis die Wiese sicher gemäht ist. Insgesamt kamen so in nur zwei Monaten über 3.000 ehrenamtliche Helfer- und Dispostunden zusammen.
Besonders wichtig ist dem Verein die enge und harmonische Zusammenarbeit mit den lokalen Landwirten und Jagdpächtern. Das Absuchen der Wiesen ist für beide Seiten ein Gewinn: Die Landwirte erfüllen damit nicht nur ihre gesetzliche Pflicht zum Tierschutz, sondern schützen auch ihr Vieh. Denn Tierkadaver im Heu können das Futter lebensgefährlich verunreinigen.
Selbst wenn auf einer Wiese einmal kein Kitz gefunden wurde, gab der Drohnenflug den Landwirten die Gewissheit und Erleichterung, die Mahd ohne Sorge durchführen zu können.
Während viele Vereine heutzutage über Mitgliederschwund klagen, erlebt die Rehkitzrettung NEW-WEN einen echten Boom. Gegründet im Jahr 2021, zählt die Gemeinschaft im Landkreis Neustadt an der Waldnaab und der Stadt Weiden bereits über 180 Mitglieder. Neben Privatpersonen engagieren sich hier auch wichtige regionale Organisationen wie der Bauernverband, der Maschinenring, der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald sowie der Landkreis und die Stadt selbst.
Um das Thema Tierschutz noch tiefer in der Gesellschaft zu verankern, ist der Verein auch abseits der Wiesen aktiv:
Infostände & Vorführungen: Präsenz auf Veranstaltungen wie der „OSchnitthalle Kunterbunt“ in Wurz oder dem Waldkinderfest in Grafenwöhr-Bierlohe.
Bildungsarbeit: Ein echtes Highlight war ein Vortragstag an der FOS/BOS Weiden, bei dem über 250 Schülerinnen und Schüler begeistert über Ethik und Tierschutz diskutierten.
Auch nach dem Ende der Mähsaison legen die „Kitzretter“ die Hände nicht in den Schoß. In den kommenden Monaten stehen ein Helferfest, weitere Fachschulungen, die Jahreshauptversammlung und ein Stand auf dem Erntedankmarkt in Neustadt/WN auf dem Programm.
Wer die wertvolle Arbeit des Vereins unterstützen, Mitglied werden oder sich einfach die berührenden Fotos der Rettungsaktionen ansehen möchte, findet alle Informationen auf der offiziellen Website:
www.rehkitzrettung-new-wen.de oder per E-Mail an info@rehkitzrettung-new-wen.de.