Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Bundespolizeiinspektion Selb mehrere Versuche der illegalen Einfuhr von Pyrotechnik aus Tschechien nach Deutschland aufgedeckt. Am vergangenen Wochenende stellten die Beamten insgesamt neun Personen fest, die verbotene oder erlaubnispflichtige Böller mitführten.
Am Samstag kontrollierten Fahnder zunächst einen 21-Jährigen aus Jena sowie einen 18-Jährigen aus dem Raum Delitzsch, die mehrere Packungen sogenannter DUM-DUM-Böller über einen ehemaligen Grenzübergang einschmuggeln wollten. Wenig später wurde ein 20-Jähriger aus dem Raum Offenbach festgestellt. Er hatte neben rund 40 DUM-DUM-Böllern auch einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker dabei.
Am Sonntag kontrollierte eine Streife gegen 16 Uhr im Zug von Eger nach Marktredwitz zwei Männere im Alter von 20 und 23 Jahren. Sie hatten auf einem grenznahen Markt zwei Packungen Böller gekauft.
Den größten Fund machten die Beamten bei vier Jugendlichen aus dem Raum Kitzingen im Alter von 17 bis 19 Jahren. Der Kofferraum ihres Fahrzeugs war mit einer Vielzahl unterschiedlicher Böller gefüllt. Die sichergestellte Pyrotechnik gehörte überwiegend zu den erlaubnispflichtigen Kategorien F3 und F4 oder war trotz Kennzeichnung als F2 in Deutschland verboten, da sie mit Blitzknallgas ausgestattet war.
Alle Böller wurden sichergestellt. Die Bundespolizeiinspektion Selb ermittelt wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Den Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen. Zudem müssen sie die Kosten für die Vernichtung der Pyrotechnik tragen. In einem Fall wird zusätzlich wegen Verstößen gegen das Waffen- und Konsumcannabisgesetz ermittelt.
Die Bundespolizei warnt eindringlich vor der Einfuhr nicht zugelassener Pyrotechnik. Diese stelle nicht nur ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, sondern könne auch empfindliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.