Trotz Bewerbermarkt: Leistungsbereitschaft ist wichtig

18. November 2025 , 05:00 Uhr

Der Ausbildungsmarkt in der Nordoberpfalz präsentiert sich im Ausbildungsjahr 2024/2025 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stabil. Sowohl die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber als auch die der gemeldeten Ausbildungsstellen ist gestiegen. Von insgesamt 2.774 angebotenen Lehrstellen konnten bis zum Stichtag 30. September rund 1.200 besetzt werden.

Die Nachfrage nach einer dualen Ausbildung wächst außerdem weiter: Statt 1.250 Jugendlichen im Vorjahr strebten heuer knapp 1.290 eine Berufsausbildung an – das dritte Plus in Folge. Dennoch gibt es Probleme: Berufs­wunsch, Wohnort und Qualifikation decken sich nicht immer. Rund 30 Jugendliche sind derzeit noch ohne Alternative, während weiterhin etwa 550 Ausbildungsstellen offenstehen, die 2025 besetzt werden könnten.

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Weiden und Tirschenreuth wollen in den kommenden Wochen gemeinsam mit Schulen, Berufsschulen, Betrieben und Kammern weitere Jugendliche und Unternehmen zusammenbringen. „Wir befinden uns weiterhin in einem Bewerbermarkt“, betont Bernhard Lang, Leiter der Agentur für Arbeit Weiden. Motivation und Zuverlässigkeit der Jugendlichen seien ebenso entscheidend wie die Bereitschaft der Betriebe, sich stärker für ältere Bewerber oder Menschen mit Migrationshintergrund zu öffnen.

Auch die regionalen Wirtschaftsvertreter verweisen auf langfristige Herausforderungen. Die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim sieht den demografischen Wandel als größte strukturelle Belastung. „Unternehmen müssen langfristig denken und auf Ausbildung setzen, um ihre Zukunft zu sichern“, sagt Florian Rieder, Leiter der Geschäftsstelle Nordoberpfalz.

Wie erfolgreiche Ausbildung in der Region aussehen kann, zeigt das Autohaus Häusler in Luhe-Wildenau. Seit 1992 bildet der Familienbetrieb aus und betreut aktuell rund 14 Auszubildende – viele davon mit Migrationshintergrund. „Bei uns zählt die Leistung, nicht die Herkunft“, sagt Inhaber Josef Häusler. Besonders wichtig sei die Unterstützung der Familien. Für Häusler steht fest: „Erst eine Lehre – dann steht den jungen Menschen alles offen.“

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